Wir wollen verstehen, versöhnen, ausgleichen, ungelösten Lebensfragen nachspüren. Es geht um die Entwicklung zum höchsten Menschsein!
Das Bild des Streitwagens aus der Bhagavadgita veranschaulicht unseren irdischen Kampf. Es geht um die Überwindung des sinnenhaften ‚Kleinen Ichs‘ – die Pferde, welche der materiellen Welt erliegen und sich tollkühn in Wünschen und Leidenschaften verwirklichen wollen. Der Wagenlenker ist das ‚Große Ich‘, der die Sinne bändigt, im Aufrag des ‚Höchsten Ichs‘ – dem Kriegsherrn. Es herrscht Krieg in unserer Seele!
Leben für Leben sind wir dunklen, bösen Feldern und Mächten zugeeignet, auf dass wir nach lichten Räumen schreien. Nur so entwickelt sich unsere Seele unter karmischem Druck zur geistigen Wahrheit. Von Leben zu Leben!
Ich muss es also nicht in einem Leben schaffen, nicht in diesem, auch nicht in einem nächsten. Alles hat seine Zeit! Ich darf, ich muss Fehler machen. Ich darf und muss versagen! Und mich dann – mit Gottes Hilfe – besinnen und läutern lassen. Wir haben Zeit, all das geschehen zu lassen! Und wir alle sind gesegnet, uns immer wieder für das ewig Wahre und Gute zu entscheiden! Dafür werden wir geschüttelt und manches Mal geschlagen, wenn wir nur noch dahindämmern in materieller Bequemlichkeit. Wach auf zu deiner höchsten Bestimmung!
So können wir entspannen in all der geforderten karmischen Mühsal. Und entspannt und verständnisvoll auf unsere Lieben schauen, auf ihren Kampf, auf ihr Versagen, und vertrauen auf die noch nicht sichtbare, aber sicher eintreffende Läuterung.
Jeder Schritt zur geistigen Vervollkommnung des Atma braucht viele leidvolle Erfahrungen und viele schwierige Entscheidungen auf dieser Erde! Die schrittweise Veredelung der menschlichen Körperlichkeit ist nur über die Beherrschung der Sinne möglich. Das zu erstrebende ewig Wahre und Gute unterliegt nicht einer Beliebigkeit. Indem wir es anstreben, ergießt sich Geistigkeit in unser Leben. Das ist die einzig mögliche Transformation.
Das ist der Grund, warum Rudolf Steiner die Erkenntnisfähigkeit des Menschen betont, die Kraft des wirklichen Denkens, welches aus der geistigen Welt in uns hineinströmt, wenn wir es wollen. Rudolf Steiner erklärt Reinkarnation als eine logische Notwendigkeit. So entwickelt sich das Kleine Ich zum Geistigen Ich in Christus – durch viele Kulturen und Bewusstseinsstufen hindurch.
Das jetzige Leben entspricht – in kleinsten Details – unseren karmischen Bedürfnissen, unseren karmischen Notwendigkeiten zum Ausgleich der ehemals gelebten Boshaftigkeit. Wir können jedoch auch auf erworbenes Wissen, auf schon geschulte Fähigkeiten zurückgreifen. Es geht in jeder Lebenslage um karmischen Ausgleich und um geistige Weiterentwicklung! Besteigen wir also den Streitwagen und kämpfen wissend den Kampf um das ewig Wahre und Gute in Christus!