Wir können sie nicht sehen, weil uns in einer von Gott abgefallenen Welt der Blick verstellt ist. Die uns umgebene reale Welt erscheint uns als Wirklichkeit, als ’normal eben‘. Darin sind wir eingesperrt! Und haben nicht gelernt, diejenigen Fragen zu finden, die Türen sichtbar machen, die uns Schlüssel an die Hand geben würden – in die wahrhaftige, menschliche Freiheit hinein.
Das sogenannte Trotzalter der Dreijährigen enthält auch die ‚Warum?-Phase‘. Auf eine Antwort folgt das nächste ‚Warum‘ – endlosI Wir sehen Ungläubigkeit in ihren Augen, wenn wir als Eltern keine Antwort haben, wenn wir ungeduldig werden und dieses „Spiel“ beenden wollen. Forscherdrang, Neugierde, Wahrheitssuche gehören nicht in ein normales Leben. Sie stören den normalen, alltäglichen Ablauf! Doch das ewige Warum gehört anscheinend zum Mensch-Sein, zum menschlichen Geist! Wir verlieren diese Menschlichkeit, wenn wir darauf verzichten. Wir haben als Kinder darauf verzichtet, weil uns der Mut zu dieser wichtigen Frage genommen wurde.
Also trauen wir uns heute, als Erwachsene, mutig zu forschen und Wahrheit zu suchen. Lassen wir das ewige Warum wieder aufleben! Werden wir lebendig, indem wir Fragen stellen und nicht aufhören, Fragen zu stellen. Unser Leben hängt davon ab, ob wir die wichtigen und richtigen Fragen nach der Wahrheit in uns zulassen!
Was bin ich? Wer bin ich? Wozu lebe ich? Wieso gibt es den Tod, das Altern, die Krankheit, das Unglück, das furchtbare Leid auf dieser Erde? Für welche Wahrheitsangebote entscheiden wir uns? Vielleicht lassen wir uns zunächst in nur scheinbar lichte Räume hinein verführen. Und verfinstern womöglich in Scheinheiligkeit! Es macht krank! Wir wollen die Wahrheit schnell, einfach, bequem, glücksbringend! Doch die Wahrheit ist, dass sich die Wahrheit unseren menschlichen Wunschstandards entzieht.
Es ist die biblische Geschichte vom verlorenen Sohn, der sein eigenes Glück in der Ferne sucht, und es dort vorübergehend findet! Und es schnell wieder verliert und sein Erbe verschleudert. Er landet im Schweinestall! Und wir brauchen immer wieder einen Schweinestall, um uns an den Vater zu erinnern, den allmächtigen und liebenden Gott der Evangelien, den Jesus Christus uns leibhaftig in die Seele ruft.
„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben!“ Und die Sehnsucht nach wahrem Leben und einen Weg, den wir als Menschen gehen können sind die Nabelschnur, die uns Jesus Christus gegeben hat. Wir haben also die Wahl: Trugbild oder wahres Leben? Was wollen wir? Was nehmen wir?
Sich dem göttlichen Willen zu unterstellen heißt, einem Leben zu folgen, das nicht mehr nach menschlichen Massstäben planbar und abgesichert ist, jedoch geborgen und gesegnet ist unter Gottes Schirm. Wahrheit nehmen hat den Preis, wahrhaftig zu sein – nicht zu den eigenen Bedingungen, sondern zu den Bedingungen Gottes und Jesu Christi!
Das macht Sinn, erfüllt unsere Seele und lässt unseren Geist reifen. Wir sind dann nicht von dieser Welt, dürfen es nicht sein, wenn wir das irdische Leben zur Wahrheit führen wollen – zu wahrer Menschlichkeit!